Protektionismus an Schweizer Unis?

Aug 23, 11 Protektionismus an Schweizer Unis?

In zahlreichen Medien wurde davon berichtet, dass Schweizer Hochschulen für deutsche Studentinnen und Studenten einen gesonderten Numerus Clausus eingeführt haben. Was auf den ersten Blick wie ein Ausschluss einer bestimmten Nationalität wirken mag, wird verständlicher, wenn man sich die Begründung der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) anschaut.

Momentan studieren 10.000 deutsche Studierende an Schweizer Hochschulen und machen damit alleine knapp 17% aller angehenden Akademiker aus. Darüber hinaus wurden mit 2 bis 2,5 recht moderate Spannbreiten für einen Numerus Clausus vereinbart. Unterschiede gibt es an den Universitäten in Zürich und Bern, wo ein NC von 2 verlangt wird, und in Basel, Freiburg/Fribourg, Genf, Lausanne, Luzern und Neuenburg, wo er auf 2,5 festgelegt wurde. Lediglich die Universität St. Gallen und das italienisch-sprachige Kanton Tessin haben gesonderte Regelungen.

Die Folgen des doppelten Abitur-Jahrganges und das Ende der Wehrpflicht üben sich auch nicht nur in Deutschland aus, sondern auf die Schweiz gleichermaßen. Die Universität Zürich rechnet beispielsweise mit einem Anstieg von 20% an Bewerbungen aus Deutschland.

Somit scheint ein Kommentar von Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel und Präsident der CRUS, weniger dramatisch, sondern nachvollziehbar: „Wir sind offen für ausländische Studenten. Aber wir wollen nicht jeden, sondern die guten Leute.

Bild: aboutpixel.de © Joachim S.

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