Die Buchmesse zum Medienumbruch

Okt 10, 11 Die Buchmesse zum Medienumbruch

Lange ist es her, dass sich bei der Frankfurter Buchmesse die Verleger ihre Buchstände aufbauten und Besucher durch die Messehallen schlenderten und die dicken Wälzer begutachteten. Inzwischen wird das Buch mit Klappendeckel und richtigen Seiten aus Papier mehr und mehr aus dem Mittelpunkt gedrängt zu Gunsten von Inhalten aller Art – Print, digital, Social Media und Vernetzung. Und seitdem tummeln sich nicht Autoren und Leser, sondern Literaturagenten, Verleger, Filmemacher, Softwareentwickler und Social Media-Beschäftigte auf der Buchmesse.

Vorbei also die Zeiten von der romantischen Vorstellung und Lesung von Büchern. Auch der traditionelle Posten des Buchs und Lesens wird “durchdigitalisiert“. Im Inneren der Messehallen findet man immer noch die altgewohnten Buchstände. Aber drumherum, an den so genannten Hot Spots macht sich der Medienumbruch bemerkbar. Hier geht es um crossmediale Plattformen und unterschiedliche Verwertung des Contents, um digitale Neuheiten.

Rund um die Frankfurter Buchmesse finden auch 1100 Fachveranstaltungen für das Fachpublikum statt, mehr als 1000 Autoren haben sich für Lesungen angekündigt, 2200 Veranstaltungen für die interessierte Leserschaft sind geplant. Mit der wachsenden Größe des Angebots nimmt auch die Unübersichtlichkeit zu.

Ist die werte Leserschaft denn wirklich so interessiert an den Innovationen von Story Drive und der Social Media? Wird denn die digitale Neuerung dem an sich simplen Wunsch, einfach mal nur ein gutes Buch zu lesen, gerecht? Wer sind eigentlich die Leute, die sich das E-Book zugelegt haben und sich darauf Inhalte laden, anstatt durch ein Taschenbuch oder noch ursprünglicher die gebundene Ausgabe zu blättern?

Bild: pixelio.de © terramara

Offenbar gibt es Absatzmärkte, sonst würde die Buchmesse ja nicht in diese Richtung derart expandieren. Und andernfalls, so die Einschätzung des Dachverbands der deutschen Buchbranche, wäre die Existenz der Buchmesse nicht mehr gesichert. Merkwürdig, wundert man sich, während man den Blick durch die S-Bahn streifen lässt und der Blick so vielen Büchern, Zeitschriften und Zeitungen, aber keinem E-Book begegnet.

Und auf der Frankfurter Buchmesse möchte man sich am Liebsten dem Gastland Island widmen. Kaum ein Land, in dem mehr gelesen wird und in dem auf die Einwohner umgerechnet so viele Schriftsteller leben. Wahrscheinlich ist es die Ruhe und das kühle wildromantische Klima. Besonders die Island-Krimis genießen schon größte Beliebtheit. Aber auf der Buchmesse kann man noch einige weitere interessante Entdeckungen machen. Die Frankfurter Buchmesse findet vom 12. bis 16. Oktober statt.

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